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Netzwerk TA

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Autor:

C. Scherz

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Quelle:

Nr. 3, 18. Jahrgang, S. 119-120

Datum: Dezember 2009

Netzwerk TA

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Am 11. und 12. November 2009 waren ca. 40 Mitglieder des Netzwerks zum Jahrestreffen in Berlin zusammengekommen, um Rück-und Ausschau zu halten und um Vereinbarungen für diese nächsten fünf Jahre zu treffen. Die wichtigste Nachricht lautet: Das Netzwerk der deutschsprachigen TA-Community (NTA) wird weitere fünf Jahre bestehen und an der Schrittfür-Schritt-Realisierung seiner Ziele arbeiten. Dazu zählen beispielsweise die Verbesserung der Kommunikation und des Informationsaustauschs innerhalb der TA-Community, die Identifikation neuer Themen und Beratungsaufgaben, die Initiierung und Durchführung selbst definierter Forschungsprojekte, die Erarbeitung von Qualitätskriterien der TA und von Ansätzen der internen Qualitätssicherung sowie die Stärkung des Stellenwertes der TA in Wissenschaft und Gesellschaft. (Alle Ziele und Aufgaben des NTA finden sich unter http://www.netzwerkta.net/profil.htm)

Ein Ausschusssitzungssaal im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages war ein interessanter Ort, um zu fragen, welche Aufgaben und Herausforderungen sich dem NTA stellen, wie TA Politik, insbesondere auch die Parlamentarier beraten kann und welche Wünsche die Mitglieder an das Netzwerk formulieren. Nach der Begrüßung durch Michael Decker (ITAS) als Mitglied des siebenköpfigen operativen Lenkungsgremiums („Koordinationsteam“), der sich freute, dass das „komplette Rund“ des Sitzungssaales mit interessierten Teilnehmern gefüllt war, übernahm Armin Grunwald (ITAS) spontan die Berichterstattung über die Konferenz „TA reloaded“ (GWTF), über die der leider erkrankte Martin Meister (ZTG) hätte berichten sollen. Auch waren weitere Referenten von dieser Konferenz – so Norbert Malanowski (VDI) und Petra Schaper-Rinkel (ARC, Wien), die dann selbst ein paar Worte zu den Inhalten ihrer damals gehaltenen Vorträge sagen konnten. Die GWTF-Tagung sei mit ihrem Fokus auf die Frage „Wie entsteht das Wissen, das für TA wichtig ist?“ eng mit der letzten TA-Tagung in Wien verbunden, so Grunwald. Auf der TA’09 hatte der Veranstalter ITA Wien „Wann TA?“ gefragt (siehe dazu Knud Böhles Tagungsbericht in TATuP 18/2 (2009), S. 121–125). Armin Grunwalds Bericht von der Konferenz “34. Annual Meeting der Society for the Social Study of Science” (siehe auch Tagungsbericht in diesem Heft) führte schließlich auf interessante Diskussionspunkte hin, die die NTA-Teilnehmer als Anregung für ihre Jahrestagung gerne aufnahmen.

Durch diese thematischen Inputs wurde sichtbar, dass das NTA in den vergangenen Jahren die Renaissance der TA im deutschsprachigen Raum fördern konnte – vorausgesetzt man versteht „Renaissance“ sowohl als die Adaption alter Muster als auch als die Ergänzung dieser mit neuen Erkenntnissen und Ansätzen. Modelle der Technikfolgenabschätzung werden heute auch international nachgefragt – dies hatte u. a. auch die Berichterstattung von Armin Grunwald gezeigt. Das Netzwerk habe geschafft, dass wissenschaftliches Know-how wegen Kompetenzen in der Technikfolgenabschätzung nachgefragt werde und nicht mehr ausschließlich aufgrund einer disziplinären wissenschaftlichen Zugehörigkeit des gefragten „Experten“.

Weitere Themen des Netzwerkstreffens, die hier nur als Topics stichwortartig wiedergegeben werden können, waren die Anregung, im Sinne einer “International Association of Technology Assessment” ggf. auch regelmäßige Treffen mit Mitgliedern der nichtdeutschsprachigen TA-Community zu organisieren. Auch die Einordnung der oben genannten Veranstaltungen stünden historisch betrachtet (letzte 35 Jahre) eher als Hinweis für Kontinuität und weniger für Wandlungsprozesse, die in der Vergangenheit eher kurzatmig ausgefallen seien. Kontinuität zeige sich gerade in der bunten Vielfalt der TA-Community. Mögliche Alleinstellungsmerkmale zu schärfen und herauszuarbeiten, könnte die Herausforderung für die nächsten Arbeitsjahre des Netzwerks sein. Die Diskussion dieser These führte zur Frage, unter welchem Aspekt die Vielfalt gebündelt werden könnte.

Im Sommer dieses Jahres waren die NTA-Mitglieder online befragt worden. Die ersten Ergebnisse wurden von Mahshid Sotoudeh (ITA, Wien) vorgestellt und zeigten deutlich, dass das Netzwerk TA weiter bestehen sollte (Zustimmung bei 97 Prozent der Befragten). Eine detaillierte Wiedergabe der Umfrageergebnisse soll in den nächsten NTA News an dieser Stelle veröffentlicht werden. Die Anwesenden diskutierten diese Ergebnisse u. a. hinsichtlich der Frage, welche Schlussfolgerungen für die Ausgestaltung der weiteren Betreibung des NTA gezogen werden könnten. Die ursprünglich formulierten Ziele sollten weiterhin gelten – auch dies habe die Mitgliederbefragung ergeben. Da diese Eindrücke subjektiv, vielleicht auch „atmosphärisch“ seien, sollte in den nächsten Wochen überlegt werden, ob einzelne Ziele aktiver verfolgt werden könnten. Schon jetzt könne festgehalten werden, dass insbesondere die NTA-Konferenzen sehr positiv bewertet wurden und auch als geeignetes Instrument zum inhaltlichen Austausch und zur Netzwerkbildung angesehen werden.

Engagement zeigen insbesondere auch diejenigen im Netzwerk, die in seinen Arbeitsgruppen mitwirken. Am zweiten Tag des Netzwerktreffens hatte die „Arbeitsgruppe IuK“ alle Interessierten eingeladen, über die zukünftigen Planungen zur Verbesserung des Online-Angebots hinsichtlich der Versorgung mit TA-Literatur, der Versorgung mit Informationen über Institutionen, Projekte und Personen oder mit der Versorgung von TA-Nachrichten mitzuberaten. Auf der Grundlage des bei der DFG aktuell eingereichten Antrags zur Förderung eines Fachportals TA wurden die Chancen und Verwirklichung eines kooperativen Aufbaus eines solchen Fachportals „Technikfolgenabschätzung“ auf der Basis dezentraler Informationsressourcen diskutiert. Deshalb war es auch gut, dass im Vorfeld 24 NTA-Mitgliederinstitutionen die gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet hatten und Internetverantwortliche beim Treffen in Berlin dabei waren. Die Realisierung der Netzwerkziele wird freilich auch zukünftig wesentlich vom Engagement der Mitglieder, aber auch von der finanzielle Unterstützung und Förderung Externer abhängen. Vor diesem Hintergrund war es schön zu sehen, dass circa zehn junge Promoventen über das vom BMBF finanzierte TRANSDISS-Projekt am Treffen teilnehmen konnten und Interesse an der vernetzten TA-Arbeit zeigten.

(Constanze Scherz)

Das Netzwerk TA

Das Netzwerk TA ist ein Zusammenschluss von WissenschafterInnen und ExpertInnen im Themenfeld „Technikfolgenabschätzung“. Das Netzwerk dient dem Ziel, Informationen auszutauschen, gemeinsame Forschungs- und Beratungsaufgaben zu identifizieren, methodische Entwicklungen zu initiieren und zu begleiten sowie den Stellenwert der TA in Wissenschaft und Gesellschaft auszubauen. Gleichzeitig dient das Netzwerk als Plattform für gemeinsame Kooperationen und Aktionen. Die Adresse des „Netzwerk TA“ im Web lautet http://www.netzwerk-ta.net.

Kontakt

PD Dr. Michael Decker
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Karlstr. 11, 76133 Karlsruhe
Tel.: +49 721 608-23007
E-Mail: michael decker∂kit edu